Ein Jahr mit Fibbi

Liebe Kerstin,

nun ist es ein Jahr her, dass wir Fibber von dir abgeholt haben -
doch mir kommt vor, als ob er schon Ewigkeiten bei uns weilte.
Wir haben uns sehr schnell an einander gewöhnt und sind
mittlerweile zusammegewachsen, sodass wir uns ein Leben ohne
unseren sanften Liebling gar nicht mehr vorstellen können.

Wir haben ein sehr enges und intensives Verhältnis zu einander,
ich weiß meistens genau, was er im Augenblick will und er weiß genau,
wie er es von mir bekommt.
Viele der anfänglichen Probleme haben sich mittlerweile gelegt.
Hasen und Eichhörnchen erregen ihn nicht mehr so arg wie früher,
Katzen ignoriert er zum Teil sogar schon.

Am Beginn der warmen Jahreszeit haben wir schon gefürchetet, er
wäre schwer krank. Seine Energie hat drastisch nachgelassen, er
war plötzlich so kraftlos, hat schon nach einer kurzen Strecke zu
humpeln und zu keuchen begonnen und wollte auf unseren
Spaziergängen gleich wieder nach Hause. Glaub mir, Gisbert und ich
waren sehr besorgt!
Wir sind mit Fibber zur Greyhound-Spezialistin Dr.Clarissa Udvardi
gefahren und haben ihn völlig durchcheken lassen. Ergebnis:
er war organisch völlig gesund! Offensichtlich haben ihm bloß die
Temperaturen so zu schaffen gemacht. Den ganzen Sommer über
sind wir nur das Nötigste gegangen, und das im Schatten. Seit
September ist er wieder fit und lustig und wir machen wieder längere Touren.

Aus Fibber ist nun Fibbi geworden, unser großer Schmusehund.

Den Morgenkaffee trinke ich auf seinem Bettchen sitzend, denn
vor dem Morgengassi ist es Zeit fürs Kraulen. Und das Abendfressen
muss er sich "erarbeiten". Ich stopfe das Trockenfutter ins Kong-
Spielzeug und verstecke es in der Wohnung. Das fordert er ein,
es macht ihm Riesenfreude.

Fibbi ist ein glücklicher Hund! Nur wenn es ihm zu laut oder zu
hektisch wird, etwa wenn wir Besuch haben oder die Kinder hier
sind, dann verzieht er sich ins Schlafzimmer, dort hat er sein
Schlafbett, dorthin darf ihm niemand folgen.


Mitunter dachte ich schon daran, mir einen zweiten Greyhound
zu nehmen, doch schließlich verwarf ich den Gedanken wieder,
Wir sind schon sehr angehängt und eingesperrt mit ihm.
Ihn alleine lassen geht gar nicht, er bekommt schon Panik, wenn
ich mal länger im Keller oder sonstwo im Haus bin. Das meldet er
gleich Gisbert und er muss ihn dann streicheln und ablenken, denn
sonst legt er sich hin und fiept.
Müssen wir hin und wieder mal gemeinsam zu einem Termin, kommt
meine Freundin. Zwei Stunden geht das in Ordnung, dann beginnt er
zu weinen.

Zwischen Fibbi und uns hat sich eine sehr innige Beziehung entwickelt,
die mittlerweile unseren Alltag erhellt. Seine Anhänglichkeit ist unsere
große Freude und gleichzeitig Fibbis einziger Nachteil.

So, jetzt bist du wieder im Bilde.

7.11.2022

Honey - endlich im Glück

Unser Honey hatte leider zu Beginn seiner Ankunft in Österreich kein Glück, er wurde leider an eine Familie vermittelt, die zu wenig Empathie für seine Vorgeschichte hatte und die ihn wieder an uns retour gegeben hat.
Doch nun ist er in seinem Paradies angekommen, eine Familie, die perfekter nicht sein könnte.
Hier ein kleines Feedback von seinen lieben Adoptanten:

Honey fühlt sich sehr wohl bei uns, er spielt schon im Garten und hat auch schon mal den einen oder anderen Sprint hinge­legt. Zeitweise hüpft er rum wie ein frö­hlichs Kind, es ist eine Wonne, zu sehen wie er sich täglich weiter entwickelt.

veröffentlicht 8/2022

Veni - Vidi - Vici

RIAN (ehem. Dakota) kam, sah und siegte. Wir – Didi und Sylvia Kodritsch – sind schon vor vielen Jahren mit dem WINDHUNDVIRUS infiziert worden. Unsere Vorgängerhunde waren ein Irischer Wolfshund und zwei Barsois. Mittlerweile alle altersbedingt verstorben. Unsere letzte Barsoi-Hündin verstarb im Februar 2022. FAMILIENTRAUERTAG! Dann – ein neuer Windhund muss her! Meine Wiener Freundin hatte einen GALGO. Also, warum nicht auch einen? Gesagt, getan. Aber sämtliche Organisationen, die Galgos vermitteln, hatten mir abgesagt – angeblich würden (wegen unseres Tierschutzgesetzes) keine Galgos nach Österreich vermittelt.

Naja, dann eben nicht! Es wird sich was Anderes ergeben. Und so war es dann auch! Ein Anruf meiner jüngsten Tochter (wir haben drei) änderte alles. „Mama, es gibt in Graz eine Windhundvermittlung mit Greyhounds aus Irland.“ Handy her, Anruf bei Kerstin. Sie sagte uns, dass sie tatsächlich einen Greyhound bei sich hätte, der zur Adoption frei wäre. Wir vereinbarten einen Termin und besuchten sie und Karli. Was soll ich sagen? Nicht nur, dass wir von Kerstin und Karli begeistert waren (eine richtige Windhundfamilie), auch RIAN verzauberte uns sofort. Er legte den Kopf in Didis Schoß, ließ sich sofort beschmusen und war der freundlichste Hund, den wir je gesehen hatten.

Auch unsere „ZWERGE“ (zwei kleine Pinscher und ein Chihuahua), die Hunde unserer Töchter, die mittlerweile bei uns gelandet waren (Kinder studieren bzw. arbeiten), wurden von RIAN sofort akzeptiert. Die ersten Tage bei uns zu Hause (Südburgenland) waren so unproblematisch. Es war so, als ob RIAN schon immer bei uns gewesen wäre – von einigen kleinen Diebstählen abgesehen. Einmal klaute er einen Apfelstrudel direkt vom Blech, ließ ihn aber gleich fallen – wahrscheinlich war er dann doch noch zu heiß. Ein anderes Mal klaute er ein Baguette. Die Klauerei nahm jedoch gleich ein Ende, als er merkte, dass es oft genug Futter gab und natürlich auch Leckerlies zwischendurch.

Unser Alltag mit RIAN (was auf Keltisch so viel bedeutet wie „kleiner König“) ist einfach toll! Er begrüßt alle Gäste (sogar den Briefträger) und wenn Didi beim Spazieren mit RIAN vorausgeht, so bleibt unser „kleiner König“ stets stehen und wartet auf sein „Gefolge“.

Die erste gemeinsame Reise unternahmen wir zu Ostern. Mit dem Wohnmobil ging es nach Italien. Wie wird sich RIAN machen? Was soll ich weiter sagen, außer „TUTTO APOSTO“ (alles OK). Auch hier gab es keinerlei Probleme. Er stieg ein, legte sich auf’s Hundebett und das war’s! Unproblematisch genauso wie zu Hause. So ein toller Kerl!

Er lässt sich die Zähne putzen, die Krallen schneiden (naja, so halbwegs), ist nicht futterneidisch und überhaupt gibt es Nichts, was er nicht mitmacht. Rundherum ein toller Hund! Ich könnte noch seitenweise über ihn schreiben.

Ich hoffe, mit diesem Bericht neue Windhundfreunde zu gewinnen, die bereit sind, so tolle Hunde zu adoptieren.


SYLVIA + DIDI,

Der kleine König

und seine Gefolgschaft

veröffentlicht 8/2022


Tara

Tara macht wirklich ständig Fortschritte. Langsam benimmt sie sich mehr und mehr wie ein junger Hund. Sie hat auch schon einige Freunde gefunden und versteht sich auch ziemlich gut mit Gina.
Fressen ist immer noch ihre Lieblingsbeschäftigung, aber sie isst jetzt schon viel besser und schlingt nicht mehr ganz so schlimm wie zu Anfang.

Ihr Jagdtrieb ist auch besser geworden, sie hat jetzt endlich verstanden, dass man kleine Hunde nicht fressen soll. Spielen darf sie mit den Zwergen jedoch trotzdem nicht. Die meisten Tiere sind ihr jagdlich ziemlich egal, aber sie liebt es trotzdem in Zoos zu gehen und beobachtet dort alle Tiere genau und mit Vorsicht. Nur Eichhörnchen und ähnlich aussehendes Getier mag sie etwas zu sehr.

Die Schildkröten im Garten sind ihr mittlerweile auch egal, denen stiehlt sie nur ab und an das Futter.
Dadurch hat sie vermutlich Geschmack an Löwenzahnblüten gefunden. Denn die grast sie liebend gern ab.

Und jetzt kann sie endlich wieder normal gehen. Sie hatte nämlich (lt. Tierärztin vermutlich noch aus Irland) kleine Steinchen in einem vorderen Zeh, und zwar relativ viele und vom Ballen weg der Beugesehne entlang im gesamten Zeh. Wie das zustande kam, ist auch für verschiedene Tierärzte ein Rätsel.

Sie wurde jedenfalls erfolgreich operiert (2 kleine Körnchen sind noch drin, die können aber, zumindest vorerst, bleiben)
Die Wunde ist bis auf ein mini kleines Loch super verheilt, deswegen musste sie Monatelang Socken und/oder Schuhe tragen. Was ihr natürlich nicht gerade Spaß gemacht hat.
Kurz nachdem sie komplett ohne Schutz gehen konnte, hat sie sich das Karpalgelenk am gleichen Fuß beim laufen verstaucht. Natürlich konnte sie dann bis vor Kurzem wieder nicht mehr normal gehen. Jetzt ist aber alles komplett in Ordnung und sie hat jetzt viel mehr Lebensfreude.

Essen kann man neben ihr jetzt auch schon problemlos, was ja zu Beginn unmöglich war.

Beste Grüße

Manuel

Veröffentlicht: 12.6.2022

Faye

Das erste Jahr mit FAYE
Die Vorgeschichte zu Faye's Adoption begann eigentlich bereits 2018, als ich auf einer Hundeausstellung zum ersten Mal einem Greyhound im echten Leben begegnet bin. Es war ein Rüde aus der Show-Linie und sein Wesen hat mich einfach sofort fasziniert, denn er war nicht nur groß - er war rießig! Trotz der Größe war er so besonnen und ruhig, hatte aber gleichzeitig eine total elegante Ausstrahlung. Windhunde waren mir vorher nie wirklich aufgefallen, ich kannte ja Windspiele und Whippets...doch dieser Hund hatte etwas ganz Besonderes an sich. Ich habe mich dann näher über die Rasse informiert und bin dabei auf YouTube über die Kanäle von Greyhound Rescue und Magnus Greyhound gestoßen, die Videos zum Thema Greyhound-Adoption machen. Da habe ich erstmals davon erfahren, dass es die Möglichkeit gibt, ausrangierte Greyhounds von der Rennbahn zu adoptieren.
Durch nähere Recherche bin ich dann auf Facebook über die Organisation "Great Hounds in Need" gestolpert und wollte wissen, ob sie Greys nach Österreich vermitteln - schnell war dann der Kontakt zu Kerstin von den "Ösi-Greys" zu einer Vorkontrolle hergestellt und so ging mein "Greyhound-Abenteuer" mit der Ankunft von Faye im Jänner 2021 in Pilsen los!
Schon im ersten Moment war für mich klar, dass der Weg mit Faye kein leichter wird, denn sie hatte so viel Angst - vor Menschen, Autos, Hunden, Geräuschen, Radfahrern, plötzlichen Bewegungen...und sie war natürlich auch einfach heillos mit der neuen Situation überfordert. Die ersten Wochen war an einen Spaziergang nicht zu denken und auch der Garten war ihr unheimlich. Hätte mir damals wer gesagt, dass ich diesem Hund irgendwann die Krallen schleifen und mit ihm schmusen darf, hätte ich die Person für verrückt erklärt, denn all das schien mir unmöglich.
Wirklich "angekommen" ist sie auch erst vor ein paar Wochen nach etwas über einem Jahr, als hätte sie gemerkt, dass sie jetzt Zuhause ist. Sie freut sich wenn ich von der Arbeit komme und führt in der Früh ein lustiges "Frühstückstänzchen" auf. Auch wenn es nicht immer einfach mit Faye ist, so ist sie etwas ganz Besonderes und ich kann mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen. An dieser Stelle möchte ich Paul von GHIN ein großes DANKE sagen, dass er sie mir anvertraut hat!
Viele haben mir wegen meiner kleinen Hündin Yuna von einem Greyhound als Zweithund abgeraten. Grund dafür ist der oft sehr ausgeprägte Jagdtrieb. Darum war es für mich wichtig, dass mein Grey auch mit kleinen Hunden zurechtkommt. Faye und Yuna waren vom ersten Augenblick ein Team, so als hätten sie schon immer zusammen gelebt. Es gab noch nie Probleme aber das liegt auch an Faye's sanftem Charakter. Sie ist unglaublich sensibel, nie aufdringlich oder ungut zu Menschen und Hunden, oft wirkt sie richtig nachdenklich und ich bin überzeugt, dass sie versteht was ich ihr sage. Manchmal merken meine Besucher gar nicht, dass da noch ein großer Hund im Raum liegt.
Vor ein paar Monaten habe ich mit ihr einen Tiefpunkt erlebt, als sie plötzlich mehrmals pro Tag in die Wohnung gepinkelt hat. Da war ich total am Ende mit den Nerven und wusste nicht mehr weiter, weil ich das Gefühl hatte, ich tue nichts außer Pipi wegzuwischen. Die Phase war dann genau so schnell wieder vorbei, wie sie gekommen ist und bis heute weiß ich nicht was der Auslöser war. Doch natürlich gibt es mit Faye auch so viele schöne Momente und einer davon war ihr erster richtiger "Zoomie" im Garten meiner Großeltern. Manchmal ist sie ein echter Clown und ihr Blick wird verschmitzt...da merkt man, dass sie ein richtiger Spaßvogel sein kann, trotz ihrer Angst, die sie wohl nie ganz ablegen wird.
Einmal Greyhound, immer Greyhound - diese Hunde lassen einen nie mehr los! Faye hat uns im Sturm erobert und ist für mich der beste Beweis dafür, dass im Leben immer alles anders kommt als man denkt. Einen ausrangierten Racing Greyhound mit all seinen Facetten zu adoptieren war eine Entscheidung, die ich immer wieder so treffen würde!

Veröffentlicht 6.4.2022